ISN-Vorsitzender Heinrich Dierkes beim Veredlungstag
Beim Veredlungstag am Mittwoch vergangener Woche in Münster moderierte ISN-Vorsitzender Heinrich Dierkes souverän die Podiumsdiskussion am Nachmittag. Diese stand unter dem Thema: „Wie können die Schweinehalter die Herausforderungen meistern?“.
Dazu äußerten sich Dr. Clemens Große Frie von der Agravis Raiffeisen AG, Prof. Dr. Dr. Andreas Hensel vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), Dr. Karl-Heinz Tölle von der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein, Johannes Röring, MdB vom Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband und Lothar Lampe vom landwirtschaftlichen Arbeitgeberverband.
Heinrich Dierkes zeigte sich zuversichtlich, dass die deutschen Schweinehalter auch in den kommenden Jahren die Herausforderungen in den verschiedenen Bereichen der Branche meistern werden. Jedoch dürfe man nicht die Risiken außer Acht lassen, die möglicherweise auf die Schweinehalter zukämen, wie beispielsweise immer neue gesetzliche Auflagen oder Probleme der Tiergesundheit.
Dr. Große Frie betonte, dass gerade die Volatilität der Märkte, also die Preisschwankungen in den einzelnen Geschäftsbereichen, durch die Finanzkrise deutlich zugenommen haben. „Wir müssen als Händler aber lieferfähig sein und Ware vorrätig haben. Das bedeutet ein erhebliches finanzielles Risiko, das wir managen müssen.“, so Große Frie.
Eine weitere Verschärfung der Situation sei in den kommenden Monaten zu erwarten, falls die EU keine Lösung zur Aufhebung der bestehenden Null-Toleranz für nicht zugelassene GV-Sorten ermögliche. Zur Sicherung der Veredlungswirtschaft in Deutschland und Europa sei eine neue Handhabung der Null-Toleranz notwendig.
Prof. Dr. Dr. Hensel wies in der Podiumsdiskussion darauf hin, dass die Betriebe der modernen Schweinehaltung bei einem guten Betriebsmanagement und entsprechender Krankheitsvorsorge schon jetzt sehr gut aufgestellt seien. Er sei zuversichtlich, dass diese Betriebe auch in Zukunft alle Fragen bzgl. Zoonosen und Tierhygiene gut meistern werden.
Johannes Röring betonte, dass es wichtig sei, die Akzeptanz der Landwirtschaft in der Bevölkerung auch weiterhin zu sichern.
Dr. Karl-Heinz Tölle stellte verschiedene zukünftige Haltungssysteme vor, die sowohl optimale Produktionsbedingungen gewährleisten sollen, als auch den gesetzlichen Anforderungen an die Tiergerechtheit entsprechen.
Lothar Lampe betonte die Bedeutung einer guten landwirtschaftlichen Ausbildung sowohl für die Betriebsleiter als auch für die Arbeitnehmer und wies auf die mangelnde Verfügbarkeit von geeigneten Arbeitskräften in der Schweinehaltung hin.

Auch die übrigen Referenten zeigten sich überzeugt, dass der Veredlungsstandort Deutschland wettbewerbsfähig sei. Die gesamte Veredlungsbranche könne stolz darauf sein, dass die Erzeugung von Schweinefleisch und der Export trotz Wirtschaftskrise weiter anwachsen.
Große Sorge bereitete auch der enorme Zuwachs der Wildschweinepopulation. Damit erhöhe sich die Gefahr einer Weiterverbreitung des Schweinepestvirus bei den Wildschweinen und das Risiko einer Übertragung auf die Hausschweinebestände. In diesem Fall seien milliardenschwere Verluste für die gesamte Branche zu befürchten.












Hier finden Sie die Vorträge zum Download:
Bild der Woche...