03.01.2011 RSS Feed

Geänderte Schnittführung: 35 Cent "Kopfabzug" pro Schwein angekündigt

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Ab dem 01.01.2011 wird in Deutschland eine neue Schnittführung für Schlachtschweine umgesetzt. Augen, Augenlider und Ohrmuscheln gehören dann zum abzurechnenden Schlachtgewicht. Soweit diese Teilstücke von den Schlachtunternehmen generell vor der Waage entfernt werden, müssen Zuschläge von 250 Gramm bei Schlachtschweinen bzw. 300 Gramm bei Sauen erfolgen.

 

Die ISN hält diese Änderung der Schnittführung für nicht zielführend, da hierdurch eine unnötige Diskussion um die Vergütung bisher und auch zukünftig nicht genusstauglicher Teilstücke entsteht. Wir fordern daher die Behörden auf, diesen Unsinn möglichst schnell zu revidieren und erst zusammen mit der ohnehin im nächsten Jahr anstehenden Änderung der Klassifizierungsformeln umzusetzen, sofern es denn nach EU-Recht unbedingt erforderlich ist.

 

Der Deutsche Bauernverband greift in einer Pressemeldung vom 22.12.2010 das Thema auf und stellt fest: entsteht auf Schlachthofseite ein Mehraufwand in Höhe von etwa 35 Cent je Schwein (bei einer Notierung von 1,40 Euro/kg Schlachtgewicht), dem kein entsprechender Gegenwert am Markt gegenübersteht. Daraus wird dann die Empfehlung hergeleitet:zeitlich begrenzt den Mehraufwand der Schlachthöfe durch einen entsprechenden Abzug auf den Schlachtabrechnungen transparent auszuweisen.

Die Alternative, mit einer kurzfristigen Maskenänderung auf die geänderte Schnittführung zu reagieren, würde aus Erzeugersicht nicht der Markttransparenz dienen. Dieser Empfehlung folgen nun eine Vielzahl von Schlachthöfen und kündigen in diversen Anschreiben an ihre Lieferanten ab dem 01.01.11 eine Korrektur Kopfgewicht oder ähnliche Abzüge in Höhe von 35 Cent je Schwein an.

 

Seitens der ISN lehnen wir einen solchen Abzug ausdrücklich ab. Eine Änderung der Schnittführung ist bei der Ermittlung des Auszahlungspreises zu berücksichtigen. Auch wenn 35 Cent je Schwein angesichts des dramatischen Preisverfall in Höhe von 13 Cent/kg SG im Vergleich eher Peanuts sind. Schließlich liegt der Preisrückgang vom vergangenen Donnerstag etwa 37 mal so hoch wie die geplanten Kopfabzüge! In der Vergangenheit hat es bereits verschiedene Änderungen der Schnittführung gegeben, jedoch in der Regel zu Lasten der Schweinehalter. Diese Änderungen wurden von den Schlachtbetrieben allerdings nicht mit einem Zuschlag auf der Abrechnung honoriert.

 

Branchenkommunikation Schweinefleisch?

Einige Schlachtbetriebe verweisen in den Anschreiben zudem auf ihre Bereitschaft, ab Mitte nächsten Jahres einen bestimmten Betrag pro Schlachtschwein für eine Branchenkommunikation Schweinefleisch zu zahlen. Im Gegensatz zu der Korrektur Kopfgewicht  wird diese Ankündigung von uns als ISN begrüßt.

Viele Schweinehalter haben in den letzten Monaten sicher bemerkt, dass die Schweinebranche bzw. die Veredlungswirtschaft in den Medien und der öffentlichen Diskussion immer mehr in die Defensive gerät. Tierschützer, Umweltschützer oder andere sogenannte NGOs fahren immer schärfere und professionellere Geschütze auf, um Stimmung gegen die Veredlungsbranche zu machen. Um hier zukünftig besser gegensteuern zu können und wieder ein positiveres Image von Schweinefleisch zu schaffen, ist der Aufbau einer schlagkräftigen Branchenkommunikation dringend erforderlich. Dazu wird es in den nächsten Monaten weitere Abstimmungsgespräche geben.



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