03.08.2007 RSS Feed

Futterkosten explodieren - Schlachtschweine jetzt leichter abliefern!

Beckhove Schweinenet Bei steigenden Futterkosten sollten Mäster ihre Schlachtschweine leichter verkaufen!, so der Aufruf der ISN - Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands e.V. an alle Schweinemäster.
Die Futterkosten kennen derzeit keine Grenzen. Waren zu Beginn der Gerstenernte noch Preise von 14 bis 15 €/dt im Gespräch, gehen die Preise nun steil auf die 20 €/dt zu. Beim Weizen sind schon gar keine Chargen unter 20 €/ dt mehr zu bekommen und eine Ende der Fahnenstange ist noch nicht in Sicht. Natürlich ist auch hier ein wenig Hysterie und Euphorie im Spiel, doch sind die Zeiten, in denen man nur 10 €/dt Getreide zahlen musste, definitiv vorbei.
Vor diesem Hintergrund fragen sich die Schweinehalter natürlich, wie sie auf diese Entwicklung reagieren können.

Verständlicherweise tritt die Steigerung der Produktivität und damit die Verbesserung der Wirtschaftlichkeit insbesondere in schwierigen Zeiten stärker in den Focus. Dies sollte aber auch in guten Marktphasen selbstverständlich sein und immer oberste Priorität haben, so die ISN weiter.
Daneben könnte bei Futterkosten jenseits der 60 € pro Mastschwein aber auch eine Reduktion der Schlachtgewichte interessant sein.

Mehrere Gründe sprechen laut ISN-Marktreferent Andreas Beckhove dafür:

• Der Anteil des Futters, der für den Erhaltungsbedarf gebraucht wird, ist bei leichteren Tieren wesentlich geringer. Darüber hinaus setzen insbesondere Mastschweine jenseits der 115 kg Lebendgewicht viel Fett an. Der Aufwand um ein Kilogramm Fett zu erzeugen ist aber größer als für ein Kilogramm Muskelmasse. Die Futterverwertung ist somit umso besser je leichter die Schweine sind.
• Die Tageszunahmen gehen in der Endmastphase spürbar zurück, denn die Futteraufnahme kann nicht beliebig gesteigert werden.
• Der Maskenschlupf, also das, was einem durch die Abrechnungsmaske abgezogen wird, ist bei vielen Betrieben deshalb so hoch, weil sie bisher ihre Schlachtschweine stets an die obere Grenze der Maske drücken. Dieser Abzug könnte bei geringeren Schlachtgewichten kleiner ausfallen und den Erlös somit positiv beeinflussen.
• Die Ferkelkosten sind im Verhältnis zum Schlachterlös derzeit sehr niedrig. Die Aussage: Wir müssen die teuren Ferkel auf möglichst viele kg Schweinefleisch verteilen! trifft somit nicht mehr zu. Ganz im Gegenteil, gerade bei günstigen Ferkelpartien liegt der Preis pro kg Ferkel schon jetzt unter dem aktuellen Schlachtschweineerlös.

Neben den genannten Gründen hätte eine Reduzierung der Verkaufsgewichte, würde sie von einer größeren Anzahl an Schweinehaltern durchgeführt, zusätzlich den Charme, dass sich die Fleischerzeugung insgesamt reduzieren würde. Dies könnte den Schweinepreisen den dringend nötigen Aufwind verleihen. Außerdem würde bei geringeren Schlachtgewichten die Anzahl der Umtriebe gesteigert und der Bedarf an Ferkeln wäre größer. Eine Entlastung, die der Ferkelmarkt derzeit gut gebrauchen könnte, sofern man nicht will, dass in den nächsten Monaten Ferkelerzeuger reihenweise die Flinte ins Korn werfen.
Jeder Schweinemäster solle daher seine eigene Vermarktung nochmals dahingehend überprüfen, ob eine Senkung der Schlachtgewichte aus betriebswirtschaftlichen Gründen sinnvoll ist, so die Forderung der ISN abschließend.


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