10.03.2010 RSS Feed

Frankreich: Schweinehalter setzen auf aktualisiertes Herkunftslogo

Angesichts der seit mehreren Jahren andauernden Vermarktungsprobleme wollen die französischen Schweineproduzenten das Herkunftslogo Viande Porcine de France (VPF) durch die Einbindung aller Branchenmitglieder stärker nutzen und gleichzeitig aktualisieren, berichtet Agra-Europe. Darauf haben sich der zuständige Fachverband (FNP), die für Vieh und Fleisch zuständige genossenschaftliche Dachorganisation Coop de France Bétail et Viande und der für den Groß- und Einzelhandel zuständige Dachverband (FCD) verständigt.

Nach wie vor nicht mitziehen wollen jedoch bislang die Charcuterieund Wurstwarenhersteller, die zwar 75% der französischen Produktion verarbeiten, allerdings weiterhin frei entscheiden wollen, woher sie ihre Rohstoffe beziehen. FCD-Präsident Jérôme Bédier äußerte ebenso wie Coop de France Bétail et Viande den Wunsch, die Charcuterie- und Wurstwarenhersteller für eine erweiterte Nutzung des VPF-Logos mit ins Boot zu ziehen. Neben den positiven Aspekten einer Identifizierung und Rückverfolgbarkeit sei das Logo zukunftsorientiert, zumal sich einige Vorgaben auch am Wohlbefinden der Tiere orientierten, argumentierten die Genossenschaften.

Zugleich bestätigte der FNP bei dem Treffen der Branche, dass bereits heute 98% der französischen Schweinebetriebe nach den Vorgaben des Qualitätssiegels VPF produzierten und strengen unabhängigen Kontrollen unterworfen seien. Um den bisherigen Widerstand der Charcuterie- und Wurstwarenhersteller zu brechen, hoffen die übrigen Branchenvertreter nun auf das neue landwirtschaftliche Modernisierungsgesetz. FCD-Präsident Bédier bekräftigte die Absicht, anlässlich der Parlamentsberatung der Gesetzesnovelle, im Mai eine obligatorische Kennzeichnung für alle Fleischwaren zu beantragen, deren Rohstoff zu mehr als 50% aus heimischer Produktion stamme. Außerdem bestätigte der FNP die Finanzierung einer Kommunikationskampagne über das Qualitätslogo in der regionalen Tagespresse vom 26. Februar bis 3. März, die ausschließlich von den Schweinehaltern finanziert werde, wobei deren Know-how im Mittelpunkt stehe. Wenn es uns gelingt, das Qualitätslogo aufzuwerten und den Verbraucher zu mobilisieren, wird auch die Industrie in die Pflicht genommen, das Logo zu nutzen. Andernfalls macht sie einen Fehler, nicht auf verbrauchernahe Erzeugung zu setzen, meinte FNP-Präsident Jean-Michel Serres, so Agra-Europe.


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