Die weitverbreitete Impfung gegen PRRS bewirkte bis vor wenigen Jahren in Deutschland vielerorts eine weitgehend stabile Situation. Doch durch die steigende Anzahl an nicht impfenden Betrieben erhöht sich der Infektionsdruck wieder deutlich, was in bestandsdichten Regionen verstärkt zu PRRS-Neuausbrüchen führt. „Bedauerlicherweise steigen immer mehr Schweinebetriebe aus der PRRS-Ferkelimpfung aus“, sagt bioScreen-Geschäftsführer Dr. Volker Ohlinger. „Betriebe, die keine stabilen Sauenbestände haben, also PRRS-negative Ferkel erzeugen, können sich den PRRS-Impfausstieg eigentlich nicht leisten. Denn besonders in geschlossenen Betrieben besteht dann die Gefahr, das PRRS-Virus von den Flatdeck- oder Masttieren durch Geräte, Stiefel etc. in den Sauenbereich einzuschleppen.“
Er empfiehlt deshalb den Ausstieg aus der Ferkelimpfung nur in Beständen mit stabilem PRRS-Status und mit begleitender Diagnostik. „Meist macht sich der Ausstieg aus der Ferkelimpfung in den ersten Monaten kaum bemerkbar. Nach einigen Monaten jedoch, wenn die Immunität im Bestand nachlässt und sich das Virus stark vermehren konnte, zeigen sich die ersten PRRS-Symptome. Deswegen sollten die Betriebe keine Impfmüdigkeit zeigen, um die stabile Situation rund um PRRS nicht aufs Spiel zu setzen.“