Führungstrio Polen, Spanien und Deutschland hat die Nase vorn – Deutscher Preis bleibt europäische Leitnotierung – Dänemark bildet zementiertes Schlusslicht
Im Jahr 2008 übertrafen die sechs schweinereichsten Länder in der EU-27, d.h. Polen, Spanien, Deutschland, Niederlande, Frankreich und Dänemark deutlich die preisliche Vorgabe aus dem Vorjahr. Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die Preise um 11 bis 22 Prozent an. Insbesondere in den Sommermonaten wurde ein relativ hohes Preisniveau erreicht, dennoch blieb die wirtschaftliche Situation auf den Betrieben angespannt. Gleichzeitig hatten die Erzeuger europaweit mit gestiegenen Produktionskosten, insbesondere beim Futter und bei der Energie, zu kämpfen, so dass die Schweinebestände spürbar zurück gingen. Im Herbst holte die weltweite Finanzkrise auch die Schweinehalter ein und die Preise gaben nicht nur saisontypisch kräftig nach.
Gewinner des Jahres 2008 ist konkurrenzlos der Newcomer Polen. Der östliche Nachbar bewegte sich – auf das Preisniveau bezogen – von Platz 5 im europäischen Preisgefüge auf Platz 1 und verdrängte den Lokalmatador
Spanien. Vor allem osteuropäische Erzeuger haben unter den gestiegenen Produktionskosten gelitten. Allein in Polen war der Bestandsabbau als Folge nicht kostendeckender Produktion deutlich zu spüren. Dort werden mittlerweile so wenig Schweine gezählt, wie seit vierzig Jahren nicht mehr. Dementsprechend schnellte die polnische Notierung immer weiter in die Höhe. Gegenüber 2007 stieg der Preis um satte 22 Prozent an!
Schon im Vorjahr hatte Polen in den letzten Wochen des Jahres eine bemerkenswerte Aufholjagd an den Tag gelegt, die nun deutlich getoppt wurde. Alles in allem haben sich Polen, Spanien und Deutschland ein hartes Kopf an Kopf Rennen geliefert. Die drei Erstplatzierten liegen mit durchschnittlichen, korrigierten Notierungen von 1,527 €, 1,522 € und 1,514 € sehr eng beieinander. Deutschland ist Spanien auf den Fersen und hat an Boden wieder deutlich wettgemacht. Denn Spanien hatte lediglich im Frühjahr und für eine ungewöhnlich kurze Phase im Frühsommer deutlich die saisonale Nase vorn. Das hat Vorsprung im europäischen Ranking gekostet. Auf der anderen Seite bildete der deutschen liebstes Urlaubsland in 2008 nur für eine verkürzte Phase im Herbst das Schlusslicht.
Dennoch ist die deutsche Notierung nach wie vor eine Leitnotierung für ganz Europa. Und wie schon in den Vorjahren orientierte sich insbesondere die niederländische Notierung am großen Vorbild Deutschland. Weil die niederländischen Schlachtunternehmen ihre eigenen Schlachthaken möglichst optimal auslasten wollen, beherrschen sie es nahezu in Vollendung, den Preis immer eine Handbreit hinter Deutschland zu lassen. Denn wenn der Preis in Deutschland deutlich höher ausfällt, liefern die niederländischen Erzeuger ihre Schlachtschweine kurzerhand an Schlachtunternehmen des deutschen Nachbarn.
Die französische Notierung konnte in 2008 nicht den dritten Platz aus dem Vorjahr halten und landete abgeschlagen auf dem fünften Rang. Der Abstand zur korrigierten, deutschen Notierung fiel mit 7,8 Cent sehr deutlich aus. Im Jahresverlauf wird deutlich, dass insbesondere Frankreich und Dänemark in der sommerlichen Hochpreisphase hinten anstanden.
Ganz traditionell bildete Dänemark das Schlusslicht im europäischen Preisgefüge. Die korrigierte Notierung fiel dort um 14,6 Cent niedriger als in Deutschland und sogar 15,9 Cent niedriger als beim Erstplatzierten Polen aus. Der Abstand zwischen dem besten und schlechtesten Preisniveau der Vergleichsländer ist gegenüber dem Vorjahr deutlich größer geworden. Der immense Einfluss des dänischen Schlachtkonzerns Danish Crown auf die ausbezahlten Preise für die vertraglich angebundenen Erzeuger bleibt unumstritten.
Deutschland wird in 2009 voraussichtlich einen Selbstversorgungsgrad von 105 Prozent erreichen und damit stärker denn je auf den Export angewiesen sein. EU-weit wird aufgrund der Bestandsrückgänge in diesem Jahr eine rückläufige Schweinefleischproduktion erwartet. Die daraus entstehende Lücke für den Export kann Deutschland schließen. Insbesondere in Russland wird der Importbedarf aufgrund des wachsenden Konsums weiterhin hoch sein. Starke Wechselkursschwankungen können hingegen das Exportgeschäft nach Osten gefährden.
Vor allem für die zweite Jahreshälfte wird ein Rückgang des Lebendangebots in Deutschland erwartet. Wenn die Schlachtunternehmen ihre Auslastung gewährleisten wollen, werden sie um den Rohstoff Schwein ernsthaft konkurrieren müssen. Auf den Preis kann sich das nur positiv auswirken.










Eu Vergleich 08
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