04.01.2006 RSS Feed

EU-Schweinepreisvergleich 2005: fünf größten EU-Schweinerzeuger 2,3% über Vorjahresniveau

Deutschland von Spanien überholt – Abstand zu Niederlanden vergrößert – Rote Laterne für Dänemark
In den fünf größten Schweineländern der EU-15, Deutschland, Spanien, Frankreich, Dänemark und den Niederlanden, haben die Schweinehalter im abgelaufenen Jahr 2005 im Vergleich zum Vorjahr lediglich geringfügig höhere Notierungen verzeichnen können. Zu diesem Ergebnis kommt die ISN-Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands e.V., Damme, in ihrem Europäischen Schweinepreisvergleich 2005.

Für diesen Preisvergleich rechnet die ISN die Notierungen aller beteiligten Länder grundsätzlich auf eine einheitliche Basis (56% Muskelfleischanteil, 79% Ausschlachtung, ab Hof, netto) um und macht sie so vergleichbar. Diese fünf EU-Länder, so ISN-Marktreferent Andreas Beckhove, kommen in den alten 15 Mitgliedsstaaten zusammen auf einen Marktanteil von fast 75%.

Im Vergleich zu 2004 sind die Notierungen in allen fünf Ländern angestiegen. Die Spanne reicht von +1,8 Cent pro Kilogramm Schlachtgewicht in Dänemark bis zu +5 Cent in Spanien. Die Notierung für die niederländischen Schweinehalter stieg um 2,1 Cent und die der französischen um 4,3 Cent. Mit durchschnittlich ca. 1,39 Euro pro Kilogramm Schlachtgewicht ist die deutsche Notierung 2005 im Vergleich zum Vorjahreswert um 2,3 Cent angestiegen.

Die Spanier konnten 2005 sogar eine durchschnittliche Notierung von ca. 1,40 Euro pro Kilogramm Schlachtgewicht verzeichnen und haben Deutschland somit die Preisführerschaft abgenommen. Der spanische Markt für Mastschweine ist vor allem aufgrund der Touristenströme starken saisonalen Schwankungen unterworfen und entsprechend volatil: Im Sommerhalbjahr schießen die Preise alljährlich in die Höhe, im Winterhalbjahr fallen sie aufgrund der fehlenden Urlauber deutlich ab.

Im Vergleich zu den Niederlanden konnte die deutsche Notierung ihren Vorsprung geringfügig um 0,2 Cent pro Kilogramm Schlachtgewicht auf 4,1 Cent weiter ausbauen. Diese Entwicklung ist nach Einschätzung der ISN auf die marktbeherrschende Stellung der Vion Food Group, dem größten Schlachtunternehmen der Niederlande, zurück zu führen.

Der Abstand zwischen der deutschen und der dänischen Notierung hat sich ebenfalls weiter vergrößert. So lag die dänische Notierung 2005 um 11,3 Cent pro Kilogramm Schlachtgewicht weit unterhalb der deutschen. Ursache ist die monopolistische Struktur der dänischen Schlachtschweinebranche, denn der Schlachtkonzern Danish Crown hat einen Marktanteil von über 90%. Danish Crown diktiert den vertraglich gebundenen Schweinehaltern die Preise. Als Folge belegt Dänemark im Preisvergleich abgeschlagen den fünften und letzten Platz.

Für das laufende Jahr 2006 erwarten viele Marktbeteiligte bei den Schweinepreisen innerhalb der EU eine ähnliche Entwicklung wie im Vorjahr. Die Exportaussichten Richtung Osteuropa sind weiterhin sehr positiv. Die Fleischbranche geht von einem weiteren Exportanstieg von bis zu 10 % aus. Das dürfte die EU-Märkte auch im laufenden Jahr entlasten. Da die Erzeugung EU-weit stagniert, kann unter diesen Voraussetzungen durchaus das Preisniveau des Vorjahres erreicht werden.

Die ISN veröffentlicht jeden Dienstag die aktuellen korrigierten Notierungen innerhalb der EU auf ihrer Internetseite (www.schweine.net) in der Rubrik EU-Schweinepreisvergleich.

In der angehängten pdf-Datei finden Sie eine Tabelle und eine graphische Darstellung der Notierungen in Deutschland, Dänemark, den Niederlanden, Frankreich und Spanien des Jahres 2005.

Im Bild:
ISN-Marktreferent Andreas Beckhove




Euschweinepreis der isn 2005

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