EU-Schweinepreise: Seitwärtsbewegung der Notierungen - Dioxin vergiftet Atmosphäre am deutschen Markt
Der europäische Schlachtschweinemarkt zeigt mit Ausnahme Deutschlands insgesamt stabile Tendenzen. In Deutschland gab die Notierung in Zusammenhang mit der Dioxin-Problematik und der daraus resultierenden Unsicherheit um 23 Cent (!) nach. Ein Preisrückgang in dieser Höhe ist historisch einmalig! Dadurch geht die Schere im europäischen Preisgefüge weit auseinander. Die spanische Notierung legte um korrigierte 3,8 Cent zu und baut damit den Vorsprung auf Platz 1 im Ranking der sechs größten Schweine haltenden Nationen in der EU weiter aus. Deutschland rutscht durch den dramatischen Preisverfall auf den letzten Rang.
In den übrigen Ländern bewegten sich die Notierungen auf breiter Linie seitwärts. Lediglich die Niederländer sehen die eigene Marktsituation offenbar stark in Zusammenhang mit dem deutschen Markt und die Börse in Vleuten setzte die Notierung am Freitagabend aus. Wenn niederländische Schlachtereien einen ähnlich hohen Preisrückgang beabsichtigen, müssten sie diese Preisangabe in der laufenden Schlachtwoche selbst übernehmen. So lautet die offizielle Begründung des Börsenvorsitzenden, der selbst davon ausgeht, dass ein Preisrückgang in den Niederlanden nicht erforderlich ist. Auch die niederländische Vion setzte am Montag aufgrund der prekären Situation die Notierung aus. Gleichzeitig teilte sie mit, eine verstärkte Nachfrage des LEH nach niederländischem Schweinefleisch bedienen zu können.
Tendenz für den deutschen Markt: Durch die Ausweitung des Dioxin-Skandals am vergangenen Wochenende hat sich die Situation nach beginnender Entspannung wieder zugespitzt. Es bleibt lediglich zu hoffen, dass die Misere ihren Höhepunkt erreicht hat und nun endlich die bestehenden Überhänge angesichts des desaströsen Preisniveaus abgebaut werden können.
Quelle und Copyright: ISN e.V., Damme, http://www.schweine.net, 18.01.2011









2011_01_18
Aktuelles...