EU-Schweinepreise: Markt von großer Unsicherheit geprägt
Der europäische Schlachtschweinemarkt zeigt sich in der laufenden Schlachtwoche im Großen und Ganzen ausgeglichen. Die Notierungen bewegten sich seitwärts bzw. nur geringfügig um das bereits erreichte Niveau. Die dänische Notierung, die sich in den vergangenen Wochen sehr stabil präsentierte, gab um korrigierte 2,6 Cent spürbar nach. In Frankreich tendierte der Preis marginal ins Plus und begibt sich damit auf Rang 2 der 5 schweinereichsten Länder in der EU. Deutschland behauptete sich mit deutlichem Abstand auf dem vorletzten Rang vor den Niederlanden. Deutschland ist nach Bekanntwerden des Dioxinskandals im Schockzustand.
In Europa scheint man sich darauf geeinigt zu haben, dass es sich bei Dioxin um ein rein deutsches Problem handelt. Es ist nachvollziehbar, dass sich andere Länder bewusst abgrenzen und ihre Produkte in den Vordergrund rücken wollen. Die Nachfrage deutscher Schlachtunternehmen fällt aufgrund der allgemeinen Unsicherheit verhalten aus. Davon ist insbesondere auch der niederländische Schlachtschweinemarkt betroffen, da Deutschland eine beliebte Destination für niederländische Schweine ist. Belgische Schweinehalter sind mit dem derzeitigen Preisniveau sehr unzufrieden, so dass die dortige Interessenvertretung VEVA zum Lieferboykott bis einschließlich 21. Januar aufruft.
Tendenz für den deutschen Markt: Die Schlachtunternehmen machen aktuell keine verbindlichen Zusagen in Bezug auf die Abnahmebereitschaft, sondern verweisen auf die weitere Entwicklung bei der Dioxin-Problematik. Weil sich die Situation in den vergangenen Tagen weiter zuspitzte, ist die weitere Preisentwicklung nicht abzusehen.
Quelle und Copyright: ISN e.V., Damme, http://www.schweine.net, 11.01.2011









2011_01_11
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