09.01.2007 RSS Feed

"Europäischer Schweinepreisvergleich 2006": knapp 6% über Vorjahresniveau

Spanien baut Vorsprung vor Deutschland aus - Abstand zu den Niederlanden vergrößert sich weiter – Dänemark bleibt Schlusslicht

In den fünf größten Schweineländern der EU-15 (Deutschland, die Niederlande, Dänemark, Frankreich und Spanien), die bezogen auf die EU-15 gemeinsam auf einen Marktanteil von fast 75% kommen, lagen die Notierungen für Schlachtschweine im Jahr 2006 über denen des Vorjahres. Zu diesem Ergebnis kommt die ISN-Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands mit Sitz in Damme in ihrem Europäischen Schweinepreisvergleich 2006.

Am deutlichsten fiel der Notierungsanstieg in Spanien mit plus 11,1 Cent pro kg Schlachtgewicht auf durchschnittlich 1,514 Euro pro kg Schlachtgewicht aus. Mit durchschnittlich 1,453 Euro lag die deutsche Notierung 2006 um 6,7 Cent pro kg Schlachtgewicht über dem Wert des Vorjahres. Damit hat Deutschland 2006 den Anschluss an den Spitzenreiter Spanien verloren, belegt aber dennoch den zweiten Platz.

Die spanischen Schweinehalter konnten 2006 insbesondere im ersten Halbjahr und im Spätsommer deutlich höhere Preise erzielen als die Schweinehalter in den übrigen EU-Mitgliedsstaaten. Zum Herbst gaben die dortigen Preise saisonal bedingt deutlich nach. Im Winter fehlen alljährlich die Touristen auf der Nachfrageseite, so dass die Schweinepreise regelmäßig einbrechen, erläutert ISN-Marktreferent Andreas Beckhove.

Im Vergleich zu den Niederlanden konnte Deutschland seine Position 2006 festigen und den Vorsprung um 0,3 Cent auf 4,4 Cent pro kg Schlachtgewicht weiter ausbauen. Dies lässt sich auf die marktbeherrschende Stellung der Vion Food Group, dem größten Schlachtunternehmen in den Niederlanden, zurückführen, so Beckhove weiter. Besonders im Spätsommer weigerten sich die niederländischen Schlachtunternehmen, mit den Preissteigerungen in Deutschland Schritt zu halten.

Nahezu unverändert blieb der Abstand der deutschen Notierung hingegen zur französischen. Mit 1,405 Euro pro kg Schlachtgewicht belegen die Franzosen wie im Jahr 2005 wieder den vierten Platz. Schlusslicht bleibt auch in 2006 Dänemark. Die Notierung betrug gerade einmal 1,340 Euro pro kg Schlachtgewicht. Damit blieb der Abstand zur deutschen Notierung unverändert. In Dänemark diktiert nach wie vor der Schlachtkonzern Danish Crown, der einen Marktanteil 90% an den Schweineschlachtungen hat, die Preise für die vertraglich gebundenen Schweinehalter.

Für das laufende Jahr 2007 erwartet die ISN eine moderatere Entwicklung der Schweinepreise in der EU als im vergangenen Jahr. Zum einen wird die europäische Schweineproduktion im Vergleich zum Vorjahr voraussichtlich leicht um 0,5 bis 1% steigen, zum anderen werden sich die Preis treibenden Faktoren des letzten Jahres wie die Hitzeperiode und der Exportboom Richtung Russland wahrscheinlich in diesem Jahr nicht wiederholen. Nichtsdestotrotz bleiben die Exportaussichten Richtung Osteuropa weiterhin positiv und dürften die Märkte auch im laufenden Jahr entlasten.

Für den Preisvergleich rechnet die ISN die Notierungen aller beteiligten Länder grundsätzlich auf eine einheitliche Basis (56% Muskelfleischanteil, 79% Ausschlachtung, ab Hof, netto) um und macht sie so vergleichbar. Jeden Dienstag veröffentlicht sie die aktuellen korrigierten Notierungen der 13 bedeutendsten Schweine haltenden EU-Mitgliedsstaaten auf ihrer Internetseite (www.schweine.net) in der Rubrik EU-Schweinepreisvergleich.

In der angehängten pdf-Datei finden Sie eine tabellarische und eine grafische Darstellung der Notierungen in Deutschland, Dänemark, den Niederlanden, Frankreich und Spanien des Jahres 2006.



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