EU-Schweinepreise: Boden erreicht
In der neuen Schlachtwoche steht der europäische Schlachtschweinemarkt unter Druck. Viele Notierungen gaben merklich nach. Doch nach Angaben verschiedener Marktteilnehmer ist damit der Boden erreicht. Der Ursprung des Preisdrucks ist eindeutig in Mitteleuropa zu lokalisieren, so dass in anderen Ländern schon von einer Destabilisierung des europäischen Schweinemarktes durch Deutschland gesprochen wurde. Insbesondere die mitteleuropäischen Länder blicken auf den Brandherd
Deutschland. Die deutsche Preiskorrektur um – 4 Cent war dabei eine schlechte Vorgabe. Die niederländische Notierung, sowie Belgien und Österreich folgten in dieser Größenordnung. Frankreich hatte schon am Donnerstag auf den Preisruck in der Vorwoche reagiert.
Sogar in Spanien wurde der Preis geringfügig nach unten korrigiert, das erste Mal seit Kalenderwoche 40 in 2010 und völlig untypisch für diese Jahreszeit. Großbritannien baute durch den Rückgang in Spanien und das eigene Unverändert seine Position als absoluter Spitzenreiter geringfügig aus. Dänemark behauptete sich zum dritten Mal in Folge auf bestehendem Preisniveau, was auf deren gute Exportmöglichkeiten in Drittländer zurückgeführt wird. Nur schwer nachvollziehbar ist es aus deutscher Sicht, dass es Danish Crown im genossenschaftlich strukturierten Dänemark schaffte in den letzten Wochen stabile Preise auszuzahlen, während deutsche Schlachtunternehmen in zwei Wochen einen Preisrückgang von 12 Cent verursachten.
Tendenz für den deutschen Markt: Dem allgemeinen Vernehmen nach dürfte der desaströse Preisverfall am Schweinemarkt beendet und der Boden erreicht sein. Das vorhandene Angebot schlachtreifer Schweine lässt sich zu Wochenbeginn wieder zeitnah platzieren. Und gute Wetterprognosen lassen auf eine verbesserte Fleischnachfrage hoffen. Aus Sicht der Erzeuger muss in Erwartung steigender Futterkosen der Preis dringend steigen.
Quelle und Copyright: ISN e.V., Damme, http://www.schweine.net, 24.05.2011









2011_05_24
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