„Erzengel“ Gabriel und die fleischlose Klassengesellschaft - Kommentar von Fritz Gurr, ISN-Beiratsmitglied und Schweinemäster
Seine neue Botschaft: Fleisch ist schlecht fürs Klima
deutet darauf hin, dass der mächtig unter Druck stehende Umweltminister mit aller Macht neue böse Buben
sucht, die er in Punkto Klimaschutzziel der Bundesregierung aufs Korn nehmen kann. Nachdem die Attacken gegen die quasi CO2-neutrale Kernkraft ins Leere laufen, die KfZ-Industrie eine hervorragende Lobbyarbeit leistet und Gabriel zudem im Autoland Niedersachsen gut verankert ist, wird nun ein vermeintlich schwacher Gegner gesucht, dem man das Thema Klima anhängen kann.
Es ist unstrittig: Klimaschutz tut not. Doch wenn man hier die Landwirtschaft und im speziellen die Fleischerzeugung zu einem Hauptverursacher hochstilisiert, gilt es sämtliche Fakten für eine Bewertung heranzuziehen: Weidehaltung dient der Landschaftspflege. Es wachsen täglich abgegraste Flächen nach, die CO2 neutralisieren. Schweinehalter werden zudem mit dem BIMSCH-Verfahren überzogen. Verfüttert wird hier überwiegend Getreide, das vorher als Pflanze CO2 neutralisiert hat. Oftmals wird sogar die Gülle über Biogasverfahren zu umweltfreundlicher Bioenergie umgewandelt.
Direkt- oder regionale Vermarktung erspart zusätzlich Futtermittel-, Tier- und Fleischtransporte quer durch Europa. Auch das ist klimaschonend! Die Frage ist doch: Will man hier die Landwirtschaft als Täter
an den Pranger stellen, um von anderen Klimasündern
abzulenken, deren Klimabilanz eindeutig schlechter aussieht. Ursächlich für das Thema Klima ist nun mal zu weiten Teilen die Globalisierung mit ihrer schier unbegrenzten Mobilität und der Möglichkeit des globalen Güteraustausches. Die folgen nun den Landwirten, die daheim auf ihrer Scholle ackern, aufbürden zu wollen, das ist nicht nur schlechter Stil sondern stellt das Ursache-Wirkungs-Prinzip völlig auf den Kopf.
Zutiefst unsozial ist ein solches Ansinnen zudem allemal. Besserverdienende werden sich auch durch Gabriel verteuertes Rindfleisch leisten können. Also nichts wie ab in die fleischlose Klassengesellschaft
. Steaks für die einen – Kohl und Rüben für die anderen. Das war doch alles schon mal da – im Mittelalter! Also zurück in die Zukunft. Geschichte wiederholt sich eben doch. Der Verkündiger der frohen Botschaft ist bereits da: der SOZIAL-Demokrat Gabriel.
Im Bild: Fritz Gurr, ISN-Beiratsmitglied und Schweinemäster aus Untergruppenbach in Baden-Württemberg










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