27.06.2011 RSS Feed

Ebermast: Nur 3-6% Geruchsabweichler

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Knapp 150 Jungeber wurden im Rahmen eines Versuchs von Andrea Fußeder, Diplomandin an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, in einem bayerischen Betrieb unter normalen Bedingungen gemästet. Erfasst wurden unter anderem die Geruchsabweichungen von Eberschlachtkörpern im Vergleich zu Börgen und weiblichen Tieren. Ähnlich wie bei umfangreichen Tests in den Niederlanden lag auch hier der Anteil der Geruchsabweichler auf einem niedrigen Niveau. Die VION Food Group unterstützte die Diplomarbeit und stellte die Ergebnisse in ihrer Kundenzeitschrift Pro Agrar vor.

Mast unter praxisüblichen Bedingungen

Thomas Schindlbeck, Schweinemäster aus dem niederbayerischen Hohenthann stellte einen Teil seines 3.500 Plätze umfassenden Maststalles zur Verfügung. Versuchsferkel lieferte die Erzeugergemeinschaft Südostbayern. Geschlachtet wurden die Tiere auf dem Schlachtbetrieb der Vion in Vilshofen

Thomas Schindlbeck stallte unter anderem 148 männliche Tiere mit einem Durchschnittsgewicht von rund 30 Kilogramm ein. In der gesamten Mast kamen einheitliche Futterrationen zum Einsatz. Spezielle Mischungen, die den höheren Protein- und Aminosäurenbedarf der Eber berücksichtigen, gab es nicht, so der Landwirtschaftsmeister. nach 116 Masttagen wurden die Tiere im Juli 2010 mit einem durchschnittlichen Mastendgewicht von 120 Kilogramm geschlachtet und die Schlachtkörper anschließend einer Geruchsbeurteilung unterzogen.

Die Einstufung der Geruchsintensität erfolgte mithilfe eines in den Niederlanden entwickelten Bewertungsschemas. Dieses reicht von Score 0 für normalen Fettgeruch bis Score 4 für starken Ebergeruch. Schlachtkörper mit Beurteilungen in Score 3 und 4 gelten in unserem Nachbarland als extreme Geruchsabweichler. In den durchgeführten Untersuchungen lag der Prozentsatz der Tiere mit solchen Ergebnissen je nach Testperson und Methode zwischen 3,3 und 6,2 Prozent, so Fußeder.

Obwohl der Versuch in Niederbayern mit einer relativ kleinen Tierzahl durchgeführt wurde, entsprechen die Ergebnisse denen aus den Niederlanden.

VIon zählt mit rund 40.000 wöchentlich in Großbritannien und Holland geschlachteten Jungebern zu den größten Eberschlachtern Europas und ist daher an einer Vielzahl von Forschungsprojekten zur Jungebermast eingebunden. Am Standort Helmond erforscht VIon das Verfahren der sogenannten Detektion, also das Erkennen des Ebergeruchs durch Erhitzen und Riechen mithilfe der menschlichen Nase. Mittlerweile liegen in Helmond Resultate von mehr als 40.000 getesteten Ebern vor. Der Anteil extremer Geruchsabweichler bzw. verdächtiger Tiere liegt dort bei lediglich drei bis fünf Prozent.



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