Dreiländertreffen: Niederländer, Dänen und Deutsche im internationalen Austausch über die schwierigen Rahmenbedingungen in der Schweineproduktion.
Hohe Futterkosten sorgen für angespannte Situation.
(ISN Wanroij, Niederlande) Was kommt auf die Schweineproduzenten zu? Was passiert auf den Märkten in den Niederlanden und Dänemark? Wie schätzen unsere Nachbarn die Marktsituation von morgen ein? Die Handelsbeziehungen zu den beiden Ländern werden immer enger. Ein Blick über den Tellerrand lohnt daher. Der Austausch zwischen der ISN - Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands e.V. (ISN) und den niederländischen und dänischen Schweinehalterorganisationen hat mittlerweile Tradition. So trafen sich in der ersten Oktoberwoche erneut die Vertreter der drei Länder im niederländischen Wanroij. An zwei Tagen wurde über das aktuelle Geschehen auf dem Schweinemarkt diskutiert.
Hohe Futterkosten und niedrige Erlöse machen den Schweinehaltern das Leben schwer
Von der zurzeit größten Sorge der niederländischen Schweinehalter berichtete Wyno Zwanenburg, Vorsitzender der Nederlandse Vakbond Varkenshoulders (NVV). Die gestiegenen Futterkosten würden die Betriebe in eine äußerst schwierige wirtschaftliche Situation bringen.
Eine Entwicklung, die die dänischen und deutschen Teilnehmer nur bestätigen können. Auch die deutschen Schweinehalter sind bei aktuell niedrigen Ferkel- und Schweinepreise nicht mehr in der Lage kostendeckend zu produzieren, informierte Heinrich Dierkes, Vorsitzender der ISN. Bei einem angenommenen Erlös von 40 € pro Ferkel entsteht durch die gestiegenen Futterkosten im Vergleich zum August dieses Jahres ein Verlust von durchschnittlich rund 14 € pro Ferkel.
Hans Aarestrup, Geschäftsführer des Danske Svineproducenter (DS), stellte fest, dass den dänischen Schweinehaltern nicht nur die gestiegenen Futterpreise sondern auch die deutlich gesunkenen Bodenpreise zu schaffen machen. Neue Investitionen können nach seiner Aussage nur noch schwer getätigt werden. Die niedrigen Bodenpreise in Dänemark führten dazu, dass die Banken nicht mehr bereit wären erforderliche Kredite zu vergeben.
Deutliche Unterschiede in der Förderung erneuerbarer Energien
Ein weiteres Thema war die Förderung von Photovoltaik- und Biogas-Anlagen. Dabei wurde deutlich, dass in Deutschland mit Abstand die höchsten und am längsten garantierten Zuschüsse gezahlt werden. Während in Deutschland die Vergütung im Schnitt 22-25 cts/kWh beträgt, werden Biogasanlagen in den Niederlanden mit 16-19 cts/kWh gefördert. In Dänemark sind es nur 10 cts/kWh und Photovoltaik-Anlagen werden sogar überhaupt nicht staatlich unterstützt.
Weitere Schwerpunkte des Gesprächs waren der aktuelle Stand zur Umstellung auf die Gruppenhaltung, Fragen rund um die Tiergesundheit, die Stickstoffpolitik sowie der fortschreitende Strukturwandel.
Organisiert wurde das aktuelle Arbeitstreffen der dänischen, niederländischen und deutschen Schweinehalterorganisationen von der NVV. Aus Dänemark nahmen Hans Aarestrup und Paul Bonde Christiansen teil, aus den Niederlanden waren Wyno Zwanenburg, Theo Duteweerd, Jaco Geurts, Leo Verheijen, Michel Schoneveld und Harry Bloemenkamp anwesend. Für die ISN waren Heinrich Dierkes, Christian Schulze Bremer, Dr. Torsten Staack sowie Kerstin Burbank zu dem Treffen angereist. Das nächste Treffen findet im Frühjahr 2011 in Dänemark statt.
Die ISN e.V. vertritt mit 12.000 Mitgliedern rund 70 Prozent der deutschen Schweineproduktion. Etwa 1.600 Schweinehalter sind über das Danske Svineproducenter organisiert und bilden ca. zwei Drittel der dänischen Schweineproduktion ab. Die NVV zählt ca. 3.000 Mitglieder und nimmt die Interessen von 60 Prozent der niederländischen Schweineproduktion wahr. Traditionell treffen sich die Interessenvertretungen zweimal im Jahr, um sich bezüglich der politischen Rahmenbedingungen und Fragen des Schlachtschweinemarktes abzustimmen.










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