Dioxin: Verbraucher müssen sich keine Sorgen machen
Die Verunreinigung von Futtermitteln mit Dioxinen hat die Verbraucherinnen und Verbraucher erheblich verunsichert. Inzwischen wurden von Behörden der Bundesländer sowie von Mitgliedern von Fachverbänden des Agrarsektors zahlreiche Proben von Eiern, Fleisch, Milchprodukten und Futtermitteln auf ihre Gehalte an Dioxinen untersucht. Ergebnis: Nur in wenigen Fällen liegen die gemessenen Gehalte bei Eiern, Fleisch von Legehennen und Schweinefleisch über den gesetzlichen Höchstgehalten.
„Selbst wenn in den letzten Monaten Eier oder Schweinefleisch mit Gehalten im Bereich der höchsten gemessenen Werte über einen längeren Zeitraum verzehrt wurden, ist eine Gefährdung der Gesundheit nicht zu erwarten“, sagte BfR-Präsident Professor Dr. Dr. Andreas Hensel auf einer Pressekonferenz zum Thema Dioxin in Lebensmitteln anlässlich der Grünen Woche in Berlin.
Das BfR kommt zu dem Schluss, dass selbst bei Menschen, die in jüngster Zeit in größerem Umfang Eier und Eiprodukte oder Schweinefleisch mit einer Dioxinbelastung über dem jeweiligen Höchstgehalt verzehrt haben, eine gesundheitliche Beeinträchtigung auch langfristig nicht zu erwarten ist.
Beispielrechnung Dioxinaufnahme Schweinebraten
Die ARD-Reihe "FAKT" beschäftigte sich in ihrer letzten Sendung mit dem Thema Dioxingrenzwerten und legte die Fakten klar dar:
Der aktuelle Dioxin-Skandal hat die Verbraucher verunsichert. Viele verzichten inzwischen auf ihr Frühstücksei sowie Hühner- und Schweinefleisch. Doch wie dioxin-belastet sind die Lebensmittel wirklich? Experten geben Entwarnung. Auch bei einer Überschreitung der Grenzwerte bestehe keine unmittelbare Gesundheitsgefahr.
Für Lebensmittel gibt es klare Dioxin-Grenzwerte. In Schweinefleisch etwa ist ein Pikogramm Dioxin pro Gramm Fett erlaubt. Bei Hühnerfleisch sind es zwei Pikogramm und bei Eiern sind es drei Pikogramm.
Wissenschaftler und Ernährungsexperten warnen deshalb im aktuellen Dioxin-Skandal vor Panikmache. Selbst bei einer Überschreitung der Grenzwerte kann ihrer Ansicht nach von dioxin-verseuchten Lebensmitteln keine Rede sein.
Denn, so erklärt etwa Reiner Wittkowski von der Bundesanstalt für Risikobewertung, die Grenzwerte für Dioxin seien so gewählt, dass die Belastung soweit wie möglich minimiert werde. Selbst bei dem Verzehr belasteter Lebensmittel bestehe keine große Gefahr für Verbraucher. Wittkowski führt dazu ein Beispiel an: Bei einem jungen Mann, der ein Jahr lang täglich zwei Eier isst, deren Dioxin-Belastung jeweils bei zehn Pikogramm liegt (und damit knapp unter der Dioxinbelastung des aktuell am meisten belasteten Eies), sei der Dioxin-Wert im Körper noch weit unter der Grenze, die für den Körper schädlich wäre.
Übersicht zu den Dioxingrenzwerten
Bio-Produkte oft höher belastet
Auch bei Bio-Produkten beruhigen die Experten. Die Dioxin-Werte dort sind oftmals höher als bei konventionellen Nahrungsmitteln, weil die Tiere in der Natur Dioxin aus der Nahrung und der Luft aufnehmen. Nach Angaben des Lebensmittelchemikers Udo Pollmer gibt es Untersuchungen, denen zufolge jedes vierte bis fünfte Ei aus Freilandhaltung einen Dioxin-Wert über der Höchstgrenze aufweist.
Lesen Sie hierzu auch folgende Beiträge:
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Dioxin-Grenzwerte: Eine Frage der Relation
Experte: Erhöhte Dioxinwerte sind kein Grund zur Panikmache
Hier finden Sie den sehenswerten Videobeitrag von Udo Pollmer










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