07.11.2008 RSS Feed

Deutsche Ferkelerzeuger im Wettbewerb - zeigen wir wer gewinnt! - Kommentar von Bernhard Bonekamp - Ferkelerzeuger und Schweinemäster aus Dülmen

Bonekamp

Deutsche Ferkelerzeuger im Wettbewerb- zeigen wir wer gewinnt!

 

In der vergangenen Woche brachte die ZMP folgende Meldung: Deutsche Ferkelimporte steigen. Darin hieß es: Ausbau der Ferkelerzeugung in Dänemark und den Niederlanden, Der Wettbewerb wird schärfer! (www.zmp.de, 29.10.2008)

 

Haben wir deutschen Ferkelerzeuger da noch eine Zukunft?

 

In einer ZMP-Meldung eine Woche vorher hieß es noch: Dänische Schweineproduktion sinkt kräftig! Um 8 % reduzierte sich der Bestand an Zuchtsauen vom Sommer 2007 zum Sommer 2008. Dabei steigt der Ferkelexport nach Deutschland um mehr als 1 Mio. Ferkel. Aber: Der Schweinebestand reduzierte sich um 1,3 Mio. Schweine.

 

Welche Meldung ist richtig?

 

Fakt ist: Nach Polen und anderen osteuropäischen Ländern der EU ist Dänemark das Land in Europa mit dem stärksten Rückgang in der Schweineproduktion! Im Nordwestraum in Deutschland dagegen ist der geringste Rückgang der Schweinebestände zu melden. Offensichtlich wurden dänische Ferkel nach Deutschland verkauft, obwohl in Dänemark Mastställe leer stehen!

 

Welche Probleme haben die dänischen Kollegen wenn sie so kräftig abstocken?

 

In der deutschen Fachpresse werden die optimalen Bestandsgrößen und die überragenden biologischen Leistungen herausgestrichen: Beides ist eindeutig richtig und erstrebenswert. Hier müssen wir aufholen! Es gibt aber auch andere Punkte im Wettbewerb:

 

  1. Die Eigenkapitalausstattung ist in Dänemark sehr gering. 50 % mehr Fremdkapital erfordert 2 -3 Ferkel mehr je Sau und Jahr!
  2. Im Schweinemarkt ist der Wettbewerb der Schlachtindustrie nicht gegeben. Monopolstrukturen haben zu geringeren Schlachterlösen gegenüber Deutschland von über 10 € je Schwein in Dänemark geführt!
  3. Die Marktferne bei den dänischen Ferkelerzeuger führt auch bei Ferkeln zu Preisen um mindestens 5 € je Ferkel unter deutschen Ferkelpreisen in Direktbezügen zwischen Ferkelerzeugern und Mästern.
  4. Die Lohnkosten sind in Dänemark deutlich höher.

 

Vor diesem Hintergrund haben wir deutschen Ferkelerzeuger eine bessere Zukunft als die dänischen Kollegen, wenn wir:

  • die Fruchtbarkeit unserer Sauenherden – auf über 24 Ferkel steigern! Auch in Deutschland schaffen Spitzenbetriebe 30 Ferkel!
  • mit guten Leistungen weiter wachsen. Aber nicht um jeden Preis! Nicht über 60 % Fremdkapital einsetzen!
  • Fremdarbeitsplätze mit 100 % Fremdkapital aufgebaut, bringen selten oder nie Einkommen für den Ferkel produzierenden Unternehmer!
  • im abgestimmten Direktbezug zum Mäster produzieren!

 

Zeigen wir es doch den schätzenden Experten mal, wer den Wettbewerb gewinnt!



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