Der Höhepunkt des närrischen Treibens in Damme, dem Sitz der ISN-Geschäftsstelle, waren die großen Festumzüge am Sonntag und Montag durch die kleine Stadt nördlich von Osnabrück.
Nachdem Christian Wulff seine Teilnahme an den Rosenmontags-Feiern in Nordwestdeutschlands Carnevalshochburg in den vergangenen Jahren wegen mehrfach absagt hatte, reiste Niedersachsens Ministerpräsident gestern an. Er zeigte sich während des Empfanges im Rathaus als beinahe begnadeter Büttenredner. Im Anschluss an die traditionelle Schlüsselübergabe fuhr er ein Stück des Umzugsweges mit.
Erwartet wurden zum Dammer Carneval eine Woche vor dem eigentlichen Rosenmontag mehrere 10.000 Besucher. Fast ganz Damme war in „Schweinehalterhand“, denn das Gros der Wagen wurde wie erwartet von Treckern hiesiger Bauern gezogen. Damit ist der Umzug der größte Norddeutschlands und verweist Osnabrück, Braunschweig und Berlin - nicht nur in der Schweinehaltung - auf die hinteren Plätze.
Auch ein Teil der Mitarbeiter der ISN-Geschäftsstelle unterstützete als aktive Karnevalisten diesen jahrhundertealten, kulturhistorisch bedeutsamen Brauch. Die Tradition, eine Woche vor den anderen zu feiern stammt aus dem Jahre 1892. Die katholische Kirche wollte den Gläubigen damals an den Karnevalstagen eine 40 Stunden lange Gebetsübung "aufbrummen". Damit sollten die Dammer für ihre Sünden büßen und in Ruhe den Herrn um Verzeihung bitten. Damit wäre der Rosenmontag als Möglichkeit ausgiebig zu feiern passé gewesen. Aber die Dammer waren schlau: Sie verlegten einfach die karnevalistischen Feierlichkeiten auf die Woche davor. So konnten sie in Ruhe beten und mussten doch nicht aufs Trinken, Tanzen und Feiern verzichten. Und so ist es bis auf den heutigen Tag geblieben.