Die Bundesregierung ist gegen konkrete Mengenvorgaben zur Minderung des Antibiotikaeinsatzes in der Tierhaltung.
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Ich denke nicht, dass uns derartige Reduktionsziele weiterbringen würden
, sagte der zuständige Abteilungsleiter vom Bundeslandwirtschaftsministerium, Bernhard Kühnle, bei einer Veranstaltung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) zu Antibiotika-Resistenzen
vergangene Woche in Berlin. Gleichzeitig bekräftigte der Ministerialbeamte die Notwendigkeit eines sachgerechten Einsatzes von Antibiotika nach dem Standard der neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse. Hier gebe es erheblichen Handlungsbedarf
, so Kühnle.
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Gefordert sei dabei zum einen die Wirtschaft. Tierhalter und Tierärzte müssten ihre Eigenkontrollen ausbauen und effektiver gestalten. Zum andern müsse der Staat künftig mehr als in der Vergangenheit dafür Sorge tragen, dass Antibiotika tatsächlich sachgerecht eingesetzt würden, so Agra-Eurioe. Auch BfR-Präsident Prof. Andreas Hensel warnte vor einfachen Lösungsansätzen für ein vielschichtiges Problem. Beispielsweise sei die Größe eines Tierbestandes nicht automatisch gleichbedeutend mit einem schlechten Hygienestatus und einem damit verbundenen erhöhten Antibiotikaeinsatz.
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Neben einer vollständigen Transparenz des Einsatzes von Antibiotika in Tierbeständen und einer Offenlegung der Stoffströme bedürfe es einer stärkeren Orientierung an Best-Practice-Beispielen für ein optimales Tiergesundheitsmanagement, sagte der BfR-Präsident.
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Bestandsbetreuung senkt Medikamenteneinsatz
Das Konzept der Bundestierveterinärarztkammer zur Erfassung und Regulierung des Arzneimittelverbrauchs in der Nutztierhaltung stellte Dr. Thomas große Beilage vor.
Dessen Kernelemente sind eine Verpflichtung für jeden Tierhalter, alle bezogen oder angewendeten Medikamente per Internet zu melden sowie die anschließende statistische Auswertung dieser Daten. Dies soll, laut Agra-Europe, den Landwirten und ihren Tierärzten beispielsweise ermöglichen, ihren Arzneimitteleinsatz mit dem in anderen Betrieben zu vergleichen und so mögliche Schwachstellen zu erkennen. Gruppen mit auffällig hohem Verbrauch, langen Behandlungszeiten oder außergewöhnlichen Verordnungen sollen identifiziert werden.
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Damit soll das Interesse der Landwirte an einer umfassenden Bestandsbetreuung durch die Tierärzte erhöht werden. Die wiederum gilt als Voraussetzung für einen geringeren Arzneimitteleinsatz. Auch große Beilage sprach sich gegen einfache Rezepte in Form von Mengenreduzierung beim Antibiotikaeinsatz aus. Der sei seit einigen Jahren deutlich gesunken. Dennoch habe das Resistenzproblem an Schärfe gewonnen.
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Management entscheidend
Der Leiter des Schweinegesundheitsdienstes der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, Dr. Jürgen Harlizius, warnte im Zusammenhang mit der Antibiotika-Diskussion vor Schwarz-Weiß-Malerei. Der Hygienestatus sei weniger eine Frage von Bestandsgröße als vielmehr des Managements. Erfahrungen zeigten, dass grade die ökonomisch leistungsstarken Betriebe die geringsten Probleme im Bereich der Tiergesundheit hätten. Künftig müsse es vor allem darum gehen, die Problembetriebe zu identifizieren und deren Gesundheitsmanagement zu verbessern. Dr. Dieter Schillinger vom Bundesverband für Tiergesundheit (BfT) dämpfte die Hoffnung auf neue Wirkstoffe, um dem Problem der Antibiotikaresistenz zu entgehen. Dagegen sprächen die lange Entwicklungszeit, die hohen Kosten und die unsicheren Rahmenbedingungen.










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