16.12.2009 RSS Feed

Tönnies: Quantensprung ZUr SChlachtdatenübermittlung in Echtzeit

v.l. Dr. Bottermann, Tönnies

v.l. Dr. Bottermann, Tönnies

Mehr Transparenz bei der Klassifizierung von Schlachtschweinen in NRW - Neues Projekt ermöglicht unmittelbare risikoorientierte Überwachung durch das LANUV


Am Montag, dem 14.12.2009 ist offiziell ein neues Pilotprojekt zur Klassifizierung und Qualitätssicherung von Schlachtschweinen bei Tönnies gestartet. Der Weg des Schlachtviehs soll dadurch transparenter werden – sowohl für die Erzeuger als auch für das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) als Aufsichtsbehörde. Kooperationspartner bei dem Projekt sind die Düsseldorfer Landesregierung und der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband (WLV). Mit Hilfe einer so genannten Blackbox werden bei Tönnies alle relevanten Schlachtdaten direkt, unbeeinflusst durch Dritte, in eine Datenbank des Landesamts eingespeist. Größe, Gewicht, Handelsklasse und Herkunft der Tiere können so einfacher zurückverfolgt werden als nach dem alten System, das mit Papierausdrucken arbeitete.

Der Präsident des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV), Dr. Heinrich Bottermann, gab auf dem Gelände des Schlachtunternehmens in Rheda-Wiedenbrück den Startschuss. Gut 30 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Medien sowie Verbandsvetreter begleiteten den Start des Projektes. Auch ISN-Geschäftsführer Detlef Breuer informierte sich. Der Testbetrieb startet am 04.01.2010 und hat eine Laufzeit von bis zu 6 Monaten mit max. 50 Lieferanten/Landwirten. Dr.Bottermann sagte bei der Vorstellung des Konzepts: „Das schafft Transparenz und ermöglicht uns als Überwachungsbehörde eine bessere Kontrolle.“


Clemens Tönnies

Clemens Tönnies

Bislang werden die Schlachtdaten aus der EDV-Anlage des Schlachthofes übernommen, die Kontrolle erfolgt aufwändig durch den Abgleich mit schriftlichen Protokollen. Mit dem neuen richtungsweisenden Projekt kann künftig die Kontrolle unmittelbar durch das LANUV erfolgen. Die Überwachungsbehörde erhält ein Instrument an die Hand, den Verlauf von Klassifizierung und Verwiegung über beliebige Zeiträume zu betrachten und bei Auffälligkeiten risikoorientiert die Schlachtbetriebe zu kontrollieren. In der Vergangenheit hat es immer wieder unerklärliche Messergebnisse gegeben, die zu einer falschen Bezahlung der Schlachttierkörper geführt haben. Solche Messergebnisse können nun schneller erkannt und gegebenenfalls rasch abgestellt werden. Davon profitieren sowohl Landwirte wie auch die Schlachthöfe. Clemens Tönnies wertete dieses Projekt als wichtigen Schritt, um "dem Erzeuger die Informationen zu geben die er braucht um besser zu werden. Transparenz muss man leben und kontrollierbar machen."


v.l.: Schafhausen, Dr. Schlindwein, Dr. Bottermann, Tönnies, Möllers

v.l.: Schafhausen, Dr. Schlindwein, Dr. Bottermann, Tönnies, Möllers

Neben dem LANUV, das für die Einhaltung der Bestimmungen des Fleischgesetzes in NRW verantwortlich ist, sollen auch Landwirte Zugang zur Datenbank erhalten. Damit wird die Einstufung und Zuordnung der Schlachtkörper für Landwirte zu 100 Prozent transparent, gleichzeitig ist das Projekt für den Schlachthof eine vertrauensbildende Maßnahme.

In der Diskussion appelierte der Präsident des LANUV an die Betreiber aller Schlachthöfe in NRW, nach erfolgreicher Erprobungsphase dieses System in allen Betrieben zu installieren. Ziel sei es, das neue Verfahren zu einem festen Bestandteil der NRW-Rahmenvereinbarung über die neutrale Klassifizierung und Verwiegung zu machen.

Besichtigung des Werkes

Besichtigung des Werkes

ISN-Geschäftsführer  Detlef Breuer verwies auf die Möglichkeiten, die sich diesbezüglich auch durch die Niedersächsiche Rahmenvereinbarung ergeben.

Dr. Hermann Josef Schlöder, Referatsleiter Vieh und Fleisch im BMELV, betonte jedoch, die Bundesländer könnten dies nicht aufoktruiert bekommen. Der Bund könnte aber eine Koordinationsfunktion übernehmen und man könne die Länderreferenten zu Tönnies einladen um sich vor Ort ein Bild zu machen.



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