18.03.2009 RSS Feed

Amerikanische Sojabauern bei Schweinehaltern in Weser-Ems: Deutsche Eiweißversorung noch zu retten?

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Zu einem Gedankenaustausch über die künftige Eiweißversorgung der heimischen Veredlungswirtschaft kamen am Dienstag, den 17. März, Vertreter der ISN-Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands e.V.(ISN) und der regionalen Veredlungswirtschaft mit Vertretern der US-amerikanischen Sojawirtschaft in Damme zusammen, teilt die ISN mit.

 

Die ASA (American Soybean Association) vertritt die Interessen der US-Sojabohnenanbauer. Sie wurde durch Ron Moore repräsentiert, einem Farmer aus dem Bundestaat Illinois und Mitglied des Aufsichtsrates der ASA. Mit ihm zusammen war Robert Haselwood angereist, ebenfalls ein Farmer, aus Kansas und Vertreter des USB (United Soybean Board), einer Schwesterorganisation der ASA. Die USB verwaltet die so genannten checkoff - Aktivitäten mit Schwerpunkt auf Forschung, Entwicklung und Expansion im Bereich Sojaanbau, während die ASA sich auf die staatlichen und nationalen politischen Fragen konzentriert, was die USB per Gesetz nicht darf. Mit dabei waren außerdem Dieter Kundrun, der für die ASA in Hamburg arbeitet sowie Benno van der Laan, von der Beratungsfirma Interel aus Brüssel.

 

Der zweite Vorsitzende Friedrich Hake begrüßte zunächst die anwesenden Gäste und Vorstandsmitglied Philipp Schulze Esking führte souverän auf Englisch durch das Gespräch. Zur Einführung stellte Geschäftsführer Detlef Breuer in seinem Vortrag die Aktivitäten der ISN und Ihrer Tochterunternehmen, der ISW-GmbH und der ISW-Versicherungsmakler GmbH, vor. Breuer ging weiterhin auf die aktuelle Problematik der Biotechnologiediskussion ein und betonte, dass anstatt sich auf wissenschaftliche Fakten zu berufen, die Debatte in Deutschland um den Einsatz gentechnisch veränderter Pflanzen leider sehr emotional geführt werde.

 

Benno van der Laan erklärte anschließend die Gründe, warum US-Farmer GVO-Pflanzen anbauen. Neben dem erheblichen Anstieg der Erträge, würde der Einsatz von Herbiziden abnehmen, wodurch sich die Feldfahrten reduzierten, man Kraftstoff einspare und somit den CO2-Ausstoß senke. Die Resistenz gegenüber Insekten sei, z.B. bei Mais, ebenfalls sehr gut. Robert Haselwood prognostizierte, dass der Anbau von GVO-Sorten bei Sojabohnen in den USA im Jahr 2009 fast 100 Prozent betragen werde und in Brasilien ca. 60 Prozent.

 

 

 

 

 

Aus den Ausführungen ergab sich eine rege Diskussion. Ron Moore erklärte, dass die US-Sojabohnenanbauer mit Sorge die dysfunktionale Freigabe von GVO-Sorten in der EU beobachten. Insbesondere die Null-Toleranz gegenüber nicht zugelassenen Sorten sei ein Problem: Eine einzige nicht zugelassene Sojabohne auf einem Schiff kann zur Abweisung der gesamten Schiffsladung führen, warnte Moore.

 

In den nächsten Jahren werden in den USA zahlreiche neue GVO-Sojasorten zugelassen, so die ISN weiter. Angesichts derartig verzögerter Zulassungsverfahren durch die EU könne das zu einer Bedrohung der gesamten Viehwirtschaft in Deutschland werden, da die EU-27 die enorme Menge von 36 Millionen Tonnen Soja im Jahr verbraucht. Philipp Schulze Esking forderte, dass der Gesetzgeber das Ende der Null-Toleranz-Politik einläuten müsse: Eine sinnvolle Grenzwertregelung würde der heimischen Veredlungswirtschaft schon helfen.

 

Einig waren sich die Anwesenden in der Hoffung, dass die Politik bald reagiert. Auch der Verbraucher müsse erkennen, dass diese Politik den gesamten Berufsstand bedroht, an dessen Ende der Import von Fleisch aus Drittländern steht, in denen der Einsatz von GVO-Futtermitteln erlaubt sei. Dieses Szenario kann nicht im Sinne der deutschen Konsumenten sein, betonte der stellvertretende ISN-Vorsitzende Friedrich Hake.

 

An dem Gesprächskreis nahmen von der ISN der zweite Vorsitzende Friedrich Hake, die neu gewählten Vorstandsmitglieder Philipp Schulze Esking und Christian Schulze Bremer, die Beiratsmitglieder Christian Haskamp und Hartwig Wehming, sowie Geschäftsführer Detlef Breuer und Öffentlichkeitsreferentin Katja Ahnfeldt teil. Regionale Wirtschaftsvertreter interessierten sich ebenfalls für die weit gereisten Gäste: Heinrich Lüttjens, Schweinehalter aus Niedersachsen, Dr. Albert Hortmann-Scholten von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Paul Brand vom Schlachtunternehmen Brand Qualitätsfleisch GmbH aus Lohne und Vorstandsvorsitzender des VDF, Bernhard gr. Austing vom gleichnamigen Mischfutterwerk aus Oldorf, und Fritz Pucher vom Unternehmen Vilomix.



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