15.11.2010 RSS Feed

Überblick: Alternativen zur betäubungslosen Ferkelkastration

Nachfolgend finden sie einen Überblick zum aktuellen Stand sämtlicher alternativer Methoden zur bisherigen betäubungslosen Ferkelkastration, einschließlich aller Vor- und Nachteile.


Quelle: VÖS 2/201

 

Methode

Vorteile

Nachteile

Injektionsanästhesie

Kaum Schmerz/Stress während OP

Ruhe

Nur vom Tierarzt anwendbar

erhöhte Kosten

erhöhter Zeitaufwand

chirurgische Toleranz nicht immer erreicht (30%)

z.T. mehrere Stunden Nachschlaf

erhöhte Verluste (bis 3%)

Inhalationsanästhesie mit Isofluran

Keine Zulassung fürs Schwein à Umwidmung

Kein Schmerz/Stress während OP

Kurzer Schlaf (max. 3-4 Min)

Kurze Einleitung (< 2 min)

Ruhe

Verlässliche Narkose

nur vom Tierarzt anwendbar

erhöhte Kosten

erhöhter Zeitaufwand

keine Schmerzreduktion nach OP

Umweltbelastung (?)

Nutzungsdauer der Geräte

Inhalationsanästhesie mit CO2 (Betäubung)

Kein Schmerz während OP

Kurzer Nachschlaf (< 1 min)

Kurze Einleitung (45 sec)

Ruhe

Abgabe an den Landwirt theoretisch möglich (?)

Erhöhte Kosten

Erhöhter Zeitaufwand

Erhöhte Verluste bei falscher Dosierung

Hohe Belastung der Ferkel durch das Gas (aversive Reaktionen)

Keine Schmerzreduktion nach der OP

Umweltbelastung (?)

Nutzungsdauer der Geräte (?)

Lokalanästhesie (lokale Betäubung)

Schmerzreduktion während der OP

Nur vom Tierarzt anwendbar

erhöhte Kosten

erhöhter Zeitaufwand

keine zuverlässige Schmerzausschaltung während der OP (nur ca. 10 %)

Stress während OP

Schmerz nach OP (Verhalten z.T. schlechter als ohne LA)

Belastung der Applikation (Abwehr)

Analgesie (Schmerzmittel) Zulassung für diese Indikation):

Metacam

Gute Schmerzreduktion nach OP

Abgabe an den Landwirt möglich

erhöhte Kosten

erhöhter Zeitaufwand

Stress während OP

Schmerz nach/während OP

Vereisung (nur die Haut unempfindlich)

kaum Schmerzreduktion (Besonders schmerzhaft sind Durchtrennung und Zug am Samenstrang)

Abgabe an den Landwirt theoretisch möglich (?)

erhöhte Kosten

erhöhter Zeitaufwand

Stress während OP

Schmerz nach/während OP

Ebermast (Forschung untersucht die Möglichkeiten der Verwertung von Stinkern)

keine Kastration

bessere Futterverwertung

(höhere Magerfleischanteil)

keine verlässliche Kontrolle des Ebergeruch am im lebenden Tier

keine Detektion in Schlachtbandgeschwindigkeit

Akzeptanz durch Vermarkter, Verbraucher unsicher

höhere Anforderungen an Haltung/Management

mehr geschlechtsspezifisches Verhalten, aggressive Interaktionen

Impfung gegen GnRH

keine Kastration

bessere Futterverwertung

(höhere Magerfleischanteil)

gute Wirksamkeit bestätigt

keine Rückstände im Fleisch

keine Detektion in Schlachtbandgeschwindigkeit (non-responder)

Akzeptanz durch Vermarkter, Verbraucher unsicher

Anwendersicherheit (?)

bis zur 2.Impfung:

mehr geschlechtsspezifisches Verhalten, aggressive Interaktionen

höhere Anforderungen an Haltung/Management

Spermasexing (nicht praxisreif)

keine Kastration

bessere Futterverwertung

(höhere Magerfleischanteil)

Methode noch viel zu langsam

Methode noch nicht zu 100% praxisreif

 





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