Nachfolgend finden sie einen Überblick zum aktuellen Stand sämtlicher alternativer Methoden zur bisherigen betäubungslosen Ferkelkastration, einschließlich aller Vor- und Nachteile.
Quelle: VÖS 2/201
| Methode | Vorteile | Nachteile |
| Injektionsanästhesie | Kaum Schmerz/Stress während OP Ruhe | Nur vom Tierarzt anwendbar erhöhte Kosten erhöhter Zeitaufwand chirurgische Toleranz nicht immer erreicht (30%) z.T. mehrere Stunden Nachschlaf erhöhte Verluste (bis 3%) |
| Inhalationsanästhesie mit Isofluran Keine Zulassung fürs Schwein à Umwidmung | Kein Schmerz/Stress während OP Kurzer Schlaf (max. 3-4 Min) Kurze Einleitung (< 2 min) Ruhe Verlässliche Narkose | nur vom Tierarzt anwendbar erhöhte Kosten erhöhter Zeitaufwand keine Schmerzreduktion nach OP Umweltbelastung (?) Nutzungsdauer der Geräte |
| Inhalationsanästhesie mit CO2 (Betäubung) | Kein Schmerz während OP Kurzer Nachschlaf (< 1 min) Kurze Einleitung (45 sec) Ruhe Abgabe an den Landwirt theoretisch möglich (?) | Erhöhte Kosten Erhöhter Zeitaufwand Erhöhte Verluste bei falscher Dosierung Hohe Belastung der Ferkel durch das Gas (aversive Reaktionen) Keine Schmerzreduktion nach der OP Umweltbelastung (?) Nutzungsdauer der Geräte (?) |
| Lokalanästhesie (lokale Betäubung) | Schmerzreduktion während der OP | Nur vom Tierarzt anwendbar erhöhte Kosten erhöhter Zeitaufwand keine zuverlässige Schmerzausschaltung während der OP (nur ca. 10 %) Stress während OP Schmerz nach OP (Verhalten z.T. schlechter als ohne LA) Belastung der Applikation (Abwehr) |
| Analgesie (Schmerzmittel) Zulassung für diese Indikation): Metacam | Gute Schmerzreduktion nach OP Abgabe an den Landwirt möglich | erhöhte Kosten erhöhter Zeitaufwand Stress während OP Schmerz nach/während OP |
| Vereisung (nur die Haut unempfindlich) | kaum Schmerzreduktion (Besonders schmerzhaft sind Durchtrennung und Zug am Samenstrang) Abgabe an den Landwirt theoretisch möglich (?) | erhöhte Kosten erhöhter Zeitaufwand Stress während OP Schmerz nach/während OP |
| Ebermast (Forschung untersucht die Möglichkeiten der Verwertung von | keine Kastration bessere Futterverwertung (höhere Magerfleischanteil) | keine verlässliche Kontrolle des Ebergeruch am im lebenden Tier keine Detektion in Schlachtbandgeschwindigkeit Akzeptanz durch Vermarkter, Verbraucher unsicher höhere Anforderungen an Haltung/Management mehr geschlechtsspezifisches Verhalten, aggressive Interaktionen |
| Impfung gegen GnRH | keine Kastration bessere Futterverwertung (höhere Magerfleischanteil) gute Wirksamkeit bestätigt keine Rückstände im Fleisch | keine Detektion in Schlachtbandgeschwindigkeit (non-responder) Akzeptanz durch Vermarkter, Verbraucher unsicher Anwendersicherheit (?) bis zur 2.Impfung: mehr geschlechtsspezifisches Verhalten, aggressive Interaktionen höhere Anforderungen an Haltung/Management |
| Spermasexing (nicht praxisreif) | keine Kastration bessere Futterverwertung (höhere Magerfleischanteil) | Methode noch viel zu langsam Methode noch nicht zu 100% praxisreif |










Alternativen zur Kastration
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