Achtes traditionelles Spanferkelessen der ISN – Dierkes: „Biogassubventionierung verjagt marktorientierte Schweinehalter vom Acker“

Parlamentarischer Abend der ISN in Berlin: Ministerin Grotelüschen lobt Schweinehaltung als tragenden Pfeiler der niedersächsischen Ernährungswirtschaft – Dierkes: CO2-Diskussion bei Fleischverzehr ist produktionsfeindlich – Subventionierung von Biogas führt zum Stellenabbau im ländlichen Raum
(Berlin/Damme) Rund 120 geladene Gäste konnte ISN-Vorsitzender Heinrich Dierkes Mittwoch Abend beim achten „traditionellen Spanferkelessen“ der ISN in der Landesvertretung Niedersachsens in Berlin begrüßen. Darunter waren die neue niedersächsische Ministerin für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung, Astrid Grotelüschen, der niedersächsische Umweltminister Hans-Heinrich Sander, des weiteren Dr. Gerd Müller, Parlamentarischer Staatsekretär im Bundeslandwirtschaftsministerium, Dr. Martina Krogmann, Staatssekretärin in der niedersächsischen Landesvertretung. Auch der CDU-Obmann im Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Deutschen Bundestages, Franz-Josef Holzenkamp und die agrarpolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, Dr. Christel Happach-Kasan, waren zu Gast. Zahlreiche Abgeordnete des europäischen Parlamentes, des Deutschen Bundestages, des Landtages Niedersachsen und verschiedener Botschaften nutzen ebenfalls die Gelegenheit zum Gedankenaustausch.
Heinrich Dierkes ging in seiner Begrüßungsrede auf zwei für die Schweinehalter momentan sehr drängende Themen ein: Die Diskussion über CO2-Ausstoß und Fleischerzeugung sowie die Problematik der Biogaserzeugung im Wettbewerb mit der Veredlung.
Die andauernde Diskussion um die Klimabelastung durch Fleischproduktion und Fleischverzehr belaste die Branche insgesamt, so Dierkes. Er bemängelte, dass wesentliche Aspekte der Problematik ausgeblendet würden: „So lange die Polystyrolschale unter dem Schnitzel das Schnitzel in Sachen CO2 weit in den Schatten stellt, ist die Diskussion wenig zielführend.“

v.l.: Dr. Christel Happach-Kasan, Franz-Josef Holzenkamp, Hans-Heinrich Sander, Heinrich Dierkes, Astrid Grotelüschen, Prof. Dr. Hans-Peter Mayer, Dr. Martina Krogmann, Dr. Gerd Müller
Mit Blick auf die Subventionierung der Bioenergie beklagte Dierkes die Preistreiberei bei den Pachtflächen: “Die derzeitige Stromvergütung des EEG für Biogasanlagen reicht aus, um Pachtpreise in Größenordungen von 600 bis 700 Euro je ha zu ermöglichen, ohne die eigentliche Stromproduktion wirtschaftlich zu gefährden.“ Diese Subventionierung führe dazu, dass Veredlungsbetriebe ihrerseits in Biogas investieren und sich damit „die Katze in den Schwanz beiße“.
Ein weiteres ernsthaftes Problem sieht der ISN-Vorsitzende in dem drohenden Verlust von Arbeitsplätzen: „Für 2,5 MW stellt der Energieversorger keine neue Arbeitskraft ein, in der Schweinehaltung gehen aber viele Arbeitsplätze bei der Zucht und Besamung, beim Landhandel, in den Schlachthöfen und bei den Handwerkern verloren!“ Dierkes warnte: „Gesamtwirtschaftlich wird ein solcher Strukturwandel zu einem starken Verlust von landwirtschaftlichen und nicht landwirtschaftlichen Arbeitsplätzen führen. Landwirte, die in der Veredlung bewusst auf den Markt und nicht auf Subventionen gesetzt haben, werden mit Subventionen vom Acker gejagt!“
Dierkes dankte dem kürzlich aus dem Amt geschiedenen niedersächsischen Minister Hans-Heinrich Ehlen, für die geleistete Arbeit im Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, sowie dem ehemaligen Staatssekretär in der niedersächsischen Landesvertretung in Berlin, Gibowski: “Wir fanden bei beiden Politikern immer ein offenes Ohr.“
Astrid Grotelüschen, niedersächsische Ministerin für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung verwies in Ihrem Grußwort auf die Stärke der niedersächsischen Landwirtschaft: “Niedersachsen ist das Agrarland Nr. 1 in Deutschland, und die Schweinehalter haben einen erheblichen Anteil daran."
"Und die Schweinehaltung ist einer der tragenden Pfeiler der niedersächsischen Ernährungswirtschaft, des zweitwichtigsten Wirtschaftssektors Niedersachsens, der in vielen Landkreisen der wichtigste ist, der Wirtschaftskraft, Arbeitsplätze und Ausbildungsplätze dort zur Verfügung stellt, wo 2/3 der Niedersachsen leben: im ländlichen Raum." Weiterhin lobte sie in Ihrer Rede die Stabilität der Ernährungswirtschaft in schwierigen Zeiten: "Die Ernährungswirtschaft hat sich auch in der Wirtschaftskrise als stabilisierender Faktor erwiesen“ Das sei ein Wert, ein Schatz, den es zu bewahren und zu mehren gelte, so die Ministerin.
Außerdem richtete Dr. Martina Krogmann, Staatssekretärin in der niedersächsischen Landesvertretung ein Grußwort an die Teilnehmer. Anschließend gaben der CDU-Obmann im Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Deutschen Bundestages Franz-Josef Holzenkamp und die agrarpolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion Dr. Christel Happach-Kasan Statements zu den Themen CO2 und Bioenergie ab.
















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