7 Gründe, warum der deutsche Ferkelmarkt derzeit am Boden liegt! – Kommentar von Andreas Beckhove, ISN-Marktreferent
1. Saisonale Effekte – Jedes Jahr zwischen August und Oktober erreichen die Ferkelpreise ihren saisonalen Tiefpunkt. Zum einen ist das Angebot relativ groß, weil die Fruchtbarkeit der Sauen erfahrungsgemäß Anfang des Jahres am höchsten ist und es wenig Umrauscher gibt. Gleichzeitig ist die Preiserwartung der Mäster insbesondere für die im September einzustallenden Ferkel besonders schlecht, so dass die Mäster etwas zögerlich aufstallen. 2. Bestandsaufstockung – Auf Grund der vergleichsweise guten Wirtschaftlichkeit sind EU-weit die Schweinebestände in den letzten zwei Jahren weiter ausgebaut worden. Dies betrifft auch die Zahl der Sauen.
3. Produktivität – Jedes Jahr werden durchschnittlich ca. 0,3 bis 0,4 Ferkel pro Sau und Jahr mehr abgesetzt. Auf die gesamte EU bezogen sind dies jedes Jahr 5 bis 6 Millionen zusätzliche Mastschweine, die auf dem Markt abgesetzt werden müssen.
4. Futterkosten – Auch wenn der Ferkelmarkt ein eigenständiger Markt ist, orientiert er sich letztendlich am Schlachtschweinepreis bzw. an den Kosten die in der Mast entstehen. Im Gegensatz zum Ferkelerzeuger hat der Mäster nämlich den Vorteil, dass er bei einem negativen Deckungsbeitrag den Stall leer stehen lassen kann. Die gestiegenen Futterkosten haben dazu geführt, dass die Kosten in der Mast stark angestiegen sind. Der Mäster ist somit erst zu einem geringeren Ferkelpreis bereit einzustallen.
5. Steigende Importe – Sowohl in Holland als auch in Dänemark hat sich die Sauenhaltung aus verschiedenen Gründen in den letzten Jahren besonders stark entwickelt. Insbesondere die höhere Wertschöpfung pro Hektar bei gleichzeitig begrenztem Flächenangebot in beiden Ländern, haben diese Entwicklung vorangetrieben. Die zusätzlichen Ferkel können bei begrenzten Mastkapazitäten nur im Ausland abgesetzt werden.
6. International schwache Nachfrage – Insbesondere in Osteuropa haben viele Landwirte angesichts niedriger Schweinepreise und hoher Getreidepreise ihr Futter verkauft, die Ställe bleiben nun leer. Vor allem niederländische Viehhändler hatten hiervon in den letzten Jahren profitiert. Eine ähnliche Situation zeichnet sich auch in Spanien ab. Der fehlende Absatz in diesen Ländern belastet den Markt ebenfalls.
7. Strukturschwäche – In den letzten Jahren haben sich viele deutsche Mäster auf das Rein-Raus-Verfahren ausgerichtet. Den Sprung in den geforderten Partiegrößen haben viele Sauenhalter nicht mitgehen können. Insbesondere kleinere Partien ohne feste Bindung geraten deshalb preislich stark unter Druck.










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