21.06.2012rss_feed

2. European Boehringer Ingelheim Expert Forum on Sustainable Pork Production: Mehr Tierwohl und weniger Antibiotika

Die Teilnehmer des SPP-Expertenforums waren sich einig, dass den Verbraucherwünschen nach mehr Tierwohl und Transparenz dringend Rechnung getragen werden muss.

Die Teilnehmer des SPP-Expertenforums waren sich einig, dass den Verbraucherwünschen nach mehr Tierwohl und Transparenz dringend Rechnung getragen werden muss.

MRSA, Antibiotika, Tierwohl – diese Themen werden immer wichtiger für die Gesellschaft. Der Druck auf die Landwirtschaft nimmt zu, so Prof. Achim Spiller, Georg-August-Universität Göttingen, auf dem diesjährigen European Expert Forum on Sustainable Pork Production (SSP). Auf diesem Expertenforum, jährlich ausgerichtet von Boehringer Ingelheim, diskutierten insgesamt 50 internationale Experten – vertreten durch LEH, Schlachtindustrie, Wissenschaft, Produktion und Politik – über verschiedene Ansätze von Tierschutz-Labeln und Maßnahmen zur Antibiotikareduktion.

 

Ein Tierwohl-Label bietet die Chance zu reagieren, ohne dass der Staat sich durch Vorschriften einmischt. Bisher haben wir teures Biofleisch und preiswertes konventionelles Fleisch, dazwischen soll sich zukünftig in Deutschland – auch preislich – das Tierwohl-Label einfügen, ist Prof. Spiller überzeugt

Was in Deutschland noch diskutiert wird, ist in Dänemark bereits Realität: die Gelbe Karte zur Antibiotikareduktion. Eine Gelbe Karte bedeutet, dass der betroffene Betrieb zu viele Antibiotika eingesetzt hat und seine Schwachstellen finden, beseitigen und dazu 750 Euro Bußgeld zahlen muss. Er hat neun Monate Zeit, seinen Antibiotikaverbrauch zu senken, ansonsten erfolgen weitere Kontrollen durch die Behörde, erklärte Tina Sefsiek Hansen von der Tierarztpraxis Porcus Swine Practice in Dänemark. Die Impfbereitschaft ist deutlich gestiegen, vor allem gegen Ileitis und PCV2, denn etwa 80 % der Antibiotika in der Mast werden aufgrund von Durchfall eingesetzt. Die Gelbe Karte hat trotz viel Kritik zu einer Senkung des Antibiotikaverbrauchs geführt.

 

Um den betriebseigenen Antibiotikaverbrauch zu kalkulieren, stellte Prof. Jeroen Dewulf, Universität Gent in Belgien, den Kalkulator www.abcheck.ugent.be vor. Und unter www.biocheck.ugent.be könnten Betriebe den Status ihrer Biosicherheitsmaßnahmen überprüfen.


arrow_upward